Da kommen sie wieder aus ihren Löchern geschwommen, geradelt und gelaufen: Die freundlich bunten Triathleten, die kurzfristig aus dem Straßenbild verschwunden und nur anzutreffen waren, wo die Sonne auch während des deutschen Winters scheint oder dank Dach und Heizung muckelige Temperaturen die körperliche Ertüchtigung versüßen! Weicheier allesamt! Wer hart in den Garten kommen will, kann sich gefälligst warm anziehen! „Früher hätte es das nicht gegeben“, wird da in den einschlägigen Facebook-Gruppen behauptet und mit Bildern der verschneiten Tankstelle in den mallorquinischen Bergen geprahlt.

Wir schweifen ab!

Jedenfalls kommen die kalkweißen, südlich der primären Geschlechtsbeteiligung unrasierten und im doppelten Sinne aus der Form geratenen Freizeit-Dreikämpfer in Wallung und nehmen sich wieder dem an, was sich im Laufe der kommenden Monate vom einfachen Trainingsplan zum den Alltag bestimmenden Lebensleitfaden entuppen wird.

Die Form im Sinne der allgemeinen körperlichen Leistungsfähigkeit wird zu diesem Zeitpunkt dramatischst überschätzt, was den Sportskollegen auf allen nur erdenklichen Kommunikationskanälen mitgeteilt werden muss: „Aaaaalter! Ich war grad Laufen und bin langsamer als meine Mama nach ihrer Hüft-OP! Echt! 10km in 41 Minuten?! Weißt du, wie schlecht das ist?!“ Ist natürlilch alles Quatsch, der Sender ist jetzt schon im Wettkampfvorbereitungsmodus und nutzt derlei Nachrichten zur psychologischen Demontage des Gegners.

Dramatischer noch als die propagierte Tiefstapelei ist die dauerhaft gefühlte Adipositas, die anscheinend jedem Triathleten innewohnt! Immer wieder ist er der fes/tten Überzeugung, die Weihnachtsbeplauzung wäre noch nie (in Worten: noch nie!) so schlimm gewesen, wie in diesem Jahr! Um mindestens weitere drei Kilogramm belastet wird diese Selbstwahrnehmung noch durch erstaunlich seltsame Rechner im Internet, die vorhalten, selbst der dürreste Spargel würde noch zwei Minuten schneller laufen können, wenn er denn endlich ein paar Nanogramm abspeckte.

Bei genauerer Betrachtung passt der winterliche Rettungsring aber doch wunderbar ins Trainingskonzept: Erstens ist die Wasserlage besser mit etwas zusätzlichem Auftrieb in der Hüftregion und zweitens sieht es gleich viel mehr nach Vorfußlauf aus, wenn die Wanne so schön weit vorsteht!

In diesem Sinne: Frohes Antrainieren!

Bundeskassner

Ulli ist typischer Triathlet: Kann alles ein wenig, aber nichts richtig! Deshalb lehnt er sich am liebsten mit einem Käffchen zurück und lästert.

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